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Die Endemannstraße: Ein Zuhause für den Tanz.

Der große Saal des Tanzschulheims in der Endemannstraße mit Parkettboden und Schiebetür, 1956
Tanzschulheim in der Endemannstraße · Aufnahme der Hauschronik von 1956 · Familienarchiv Nuzinger

Auf den Bildern von 1956 ist der Saal noch neu: das Parkett, die Spiegelwand, die große Tür zwischen den Räumen. In der Endemannstraße 12 hatte die Familie Nuzinger ein Haus geschaffen, das Tanzschule und Zuhause zugleich war. Über den Unterrichtsräumen lag die Wohnung der Familie.

ein eigener Ort

Die Tanzschule gab es zu diesem Zeitpunkt bereits seit fast drei Jahrzehnten. 1928 hatten Alfred Nuzinger, seine Mutter Helene und Alice Schramm sie gegründet. Zunächst fand der Unterricht in angemieteten Räumen statt. Mit dem eigenen Haus bekam er Mitte der 1950er-Jahre einen dauerhaften Mittelpunkt.

Im Keller lag ein Ballettsaal. Dort wurde anfangs zu Klavierbegleitung unterrichtet. Die Archivaufnahmen zeigen Kindergruppen, Tanzpaare und Menschen, die zur Einweihung zusammenkamen. Sie erzählen davon, wie viele unterschiedliche Anlässe in diesen Räumen Platz fanden.

eine Tür zwischen zwei Gruppen

Auch der Unterricht sah anders aus als heute. Mädchen und Jungen übten zunächst getrennt. Erst danach wurde die große Tür geöffnet und gemeinsam getanzt. Dieter Nuzinger erinnerte sich später an die Aufregung, die dieser Moment auslösen konnte.

Solche Erinnerungen geben den Fotos etwas zurück, das auf ihnen nur zu ahnen ist: die Nervosität vor dem Auffordern, die ersten gemeinsamen Schritte und die Erleichterung, wenn es klappte.

ein Haus für mehrere Generationen

Über sechs Jahrzehnte kamen Menschen in die Endemannstraße. Sie lernten, übten und feierten dort. Für die Familie lagen Alltag und Beruf eng beieinander; für viele Tanzschüler wurde das Haus mit einem bestimmten Abschnitt ihres Lebens verbunden.

Gerade deshalb lohnt sich der Blick ins Archiv. Ein Foto zeigt einen Saal. Wer dort getanzt hat, erkennt vielleicht seinen Platz, einen bekannten Menschen oder einen Abend wieder.

Die Geschichte geht weiter.

Ende 2017 schloss das Tanzschulheim. Das alte Gebäude wurde durch einen Wohnneubau ersetzt, dessen Name „Villa Nuzinger“ an seine Geschichte erinnert. 2018 eröffnete das Tanzhaus Heidelberg auf dem Landfriedgelände.

2028 feiert die Tanzschule ihren hundertsten Geburtstag. Die Endemannstraße bleibt ein Kapitel dieser Geschichte: ein Ort, an dem Familienleben und die Begegnungen auf der Tanzfläche über viele Jahre zusammengehörten.

Quellen und Hintergrund

Veröffentlichte Nuzinger-Hauschronik mit Aufnahmen aus dem Familienarchiv; die Jahresangaben zum Gebäude beziehen sich auf die dort dokumentierten Bau- und Einweihungsbilder.

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